Klaus Fürst : Aufsätze


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Grundwerte

Futur III und Disperfekt - über verdrängte Wahrheiten
Auf breiter Front wird die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft in Frage gestellt. Philosophen, Soziologen, Klimaforscher, Naturwissenschaftler – alle sind sich seit langem einig: so kann es nicht weitergehen. Man hört ihnen zu und - macht weiter.
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Verräter oder Held? Edward Snowden und die Globalisierung der Loyalität
Kaum ein Ereignis hat letztens für solch differenzierte Bewertung in den Medien gesorgt, wie der Fall Edward Snowden. Der ehemalige (ist er überhaupt schon gekündigt?) Mitarbeiter von CIA und NSA hatte Geheimdokumente an die Medien gegeben, welche die illegale Überwachung der Kommunikation im Internet durch amerikanische und britische  Geheimdienste belegen. Während über die Verwerflichkeit der enthüllten Aktivitäten allgemein Konsens bestand, gingen die Urteile über die Person des Enthüllers weit auseinander.
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Dialog – Disput - Polemik. Über den steinigen Weg aus der Selbstgefälligkeit
Bei gründlicher Beobachtung des Diskussionsverhaltens in unserer Gesellschaft muss man konstatieren, dass die Art des Dialogs, der heute betrieben wird, den Prozess der Meinungsbildung kaum noch von der Stelle kommen lässt, und wenn überhaupt, dann nur in Richtung des Stärkeren. Da diese Richtung nicht unbedingt schlecht sein muss, wird das Prekäre und Perfide der Situation leicht übersehen.
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Konsens als Waffe gegen »Teile und herrsche!«
Divide et impera! – Kaum eine andere Machtstrategie hat die menschliche Gesellschaft so sehr geprägt. Obwohl erst im Mittelalter von Machiavelli beschrieben, datiert der Gebrauch dieser Strategie bis in die menschliche Frühzeit. Mit dem Beginn von Machtstreben dürfte man schnell erkannt haben, dass die zu beherrschende Gemeinschaft sich besser kontrollieren lässt, wenn sie in Interessengruppen aufgesplittert ist. So konnte am besten einer Vereinigung von Kräften, die sich gegen die beherrschende Macht richtet, vorgebeugt werden.
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Politik

denk ich an Deutschland in der Nacht

Ich gebe es zu: zwei Wochen nach der Wahl dieses herausragende Ereignis zu resümieren, ist geradezu anachronistisch, wo doch schon am Wahlabend tiefgründige Analysen und Kommentare ins Netz gestellt wurden. Aber ich hatte einfach keine Lust, mich an der Debatte zu beteiligen, wer mit wem und wenn ja, was dann. All das erscheint ohne jede Relevanz, angesichts des globalen Flurschadens, den diese Regierung angerichtet und den der Wähler nunmehr abgesegnet hat.

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Prima Klima! - Klimaforschung auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten  
Machen wir uns vorab eines klar: es geht nicht um die Wettervorhersage, wenn wir von Klimaforschung reden. Dieser Eindruck könnte nämlich entstehen, wenn man sich ansieht, in welcher Weise auf diesem Gebiet mit Verantwortung umgegangen wird. Und man möchte mit Stephane Hessel ausrufen »Empört euch!«
Während nämlich Politik und Wirtschaft vor der Aufgabe stehen, angemessene Entscheidungen zur Energiepolitik zu treffen - Entscheidungen von ungeheurer Tragweite – währenddessen vergeuden die an der Klimaforschung beteiligten Wissenschaftler ihre Zeit und Energie für interdisziplinäre Grabenkämpfe um die Meinungsführerschaft. 
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Hand hoch!
Wer will mehr Gerechtigkeit?  
Nach einer aktuellen Allensbach-Umfrage sind nur 15 % der Bürger davon überzeugt, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland (Einkommen und Besitz) gerecht verteilt sind und nur 7 % sehen einen Trend zur Besserung. Diese Zahlen ergänzen das Stimmungsbild, welches schon eine frühere Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeichnete: „Heute sind den meisten Deutschen immaterielle Werte wie »soziale Gerechtigkeit« oder »Umweltschutz« so wichtig, dass das zunehmend auch ihre Haltung zum Wirtschaftssystem beeinflusst. .“
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Philosophie/Aufklärung

FREIHEIT, gleichheit, brüderlichkeit
Die jüngsten Bürgerproteste pro und contra PEGIDA, die Auseinandersetzung mit Terror, religiösem Fanatismus und Intoleranz, haben in den letzten Monaten den Ruf nach einer neuen, einer globalen Aufklärung vielstimmig werden lassen. Zwei Fragen treten dabei zutage: haben wir die Ideen der alten Aufklärung überhaupt verwirklicht und, wenn ja, können wir sie in andere Teile der Welt exportieren?
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Futur III – die vermasselte Zukunft.
Wie soll eigentlich unsere Zukunft aussehen? – In früheren Zeitaltern gab es dazu klare Vorstellungen, die stets in der Zuversicht, zumindest aber in der Hoffnung mündeten: Unseren Kindern soll es mal besser gehen. Heute sind wir von solch einem Optimismus weit entfernt, nicht zuletzt weil unsere Vorstellungswelt beschädigt ist.
Beim Futur III handelt es sich um eine “Zeitform”, die eingesetzt wird um zu illustrieren, wie unsere Zukunft hätte aussehen können, wenn unbequeme Wahrheiten nicht verdrängt worden wären: “Wir werden ein gutes Leben gehabt hätten.” Diese unbequemen Wahrheiten sind bekannt; immer wieder stößt man auf brillantes Gedankengut aus früheren Jahrzehnten und stellt bewundernd fest, dass es eigentlich unsere derzeitige Situation reflektiert.

Teil 1: Herbert Marcuse und die  eindimensionale Gesellschaft

Teil 2: Ivan Illich und die Selbstbegrenzung

Teil 3: Ziviler Ungehorsam – eine Hoffnung für die Zukunft

Teil 4: Aufruf zur Revolte

 

Der fehlende Gang im Aufklärungsgetriebe
»Entspricht dies wirklich dem Wählerwillen?« - Diese Frage wird immer häufiger gestellt, immer verbunden mit mehr oder weniger subtilem Zweifel an der Mündigkeit des Wählers. Der Grad der Subtilität bewegt sich dabei leider immer häufiger im Minimalbereich (»total verblödetes Wahlvieh«), und nur selten bemüht sich ein Autor oder Kommentator, die Ursachen zu analysieren. „Zweifellos war die Kenntnis der großen Ideen der Menschheit noch nie so weit auf der Welt verbreitet wie heute.  Noch nie war aber auch ihre Wirkung so gering.“ Diese Feststellung von Erich Fromm aus dem Jahr 1967 hat bis heute nicht an Tragik verloren.
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Philosophen aller Länder, bereinigt euch!
Was haben Spinoza, Rousseau, Engels, Nietzsche und Freud gemeinsam? – Sie sind keine Philosophen!
Nach heutigem Verständnis darf sich Philosoph nennen, wer ein Philosophiestudium absolviert hat. Oben genannte Herren können diese Qualifikation nicht vorweisen, aber sie haben die Welt verändert. Und heute?
Die Philosophen in der Zeit der Aufklärung und der bürgerlichen Revolutionen waren Stars ihrer Epoche. Man kann nicht sagen, dass ihre erste Intention war, sich durch Verständlichkeit auszuzeichnen, aber sie versuchten ihre Gedanken an dem zu orientieren, was die Gesellschaft bewegte. Aus den philosophischen Interpretationen heraus formulierte Spinoza eine freigeistige Ethik, Marx entwickelte die politische Ökonomie, Schopenhauer und Nietzsche brachten ihre Überlegungen in Aphorismen.
Gehen Sie heute auf die Straße und fragen Sie die Menschen nach heute lebenden Philosophen. Nennen Sie ruhig Namen – es wird sie keiner kennen! Bestenfalls noch den Ganghofer der deutschen Philosophie, R. D. Precht. Dabei haben wir in Deutschland weltweit angesehene Weisheitslehrer. Warum kennt sie niemand?
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Lebensweise

Linker und Rechter Altruismus
Können Altruismus und Egoismus den politischen Lagern klar zugeordnet werden?
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Gender-Sprech spaltet
Linke Bewegungen wurden immer wieder durch ideologische Auseinandersetzungen zerrissen. Das Gender Mainstreaming hat die unsinnigste Separation herbeigeführt.
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Grundeinkommen - bedingungslos oder gar nicht
Das bedingungslose Grundeinkommen wäre die größte soziale Umwälzung der jüngeren Geschichte. Wie kann man sich ihm nähern und die damit verbundenen Risiken begrenzen?
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Sorglos leben - wird's nicht geben
Eine große humanistische Idee: jeder Mensch erhält, unabhängig von erbrachter Gegenleistung ein Einkommen, das die Grundbedürfnisse absichert. Reale Hoffnung oder Utopie?
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„Ende oder Wende“ – neu betrachtet
Erhard Epplers Buch "Ende oder Wende" gehört zu den wichtigsten Büchern der Nachkriegszeit. Was vor 40 Jahren gesagt wurde, ist auch heute noch von brennender Aktualität.
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